Landesturnfest Gütersloh
Der TV Kleinwiedenest war beim 1. Rheinisch-Westfälischen Landesturnfest
in Gütersloh wieder stark vertreten. In diesem Jahr stellten wir sogar die
größte Zahl an aktiven Teilnehmern des Turnverbandes Aggertal.
Das Turnfest wurde offiziell mit dem Einzug der Fahnenträger auf dem Festplatz
eröffnet. Daran hat sich neben dem TV Kleinwiedenest leider nur noch der
SSV Nümbrecht beteiligt. Als Fahnenträger wurde unser einziger männlicher
Teilnehmer Kevin Fritz auserkoren, der seine Aufgabe blendend gelöst hatte.
Nachdem er als einer der ersten auf den Festplatz marschierte, brachen die Kleinwiedenester
Mädels in Jubelstürme aus.
Die Fahnen wurden in der Kirche unmittelbar neben dem Festplatz ausgestellt
und dann begann die eigentliche Veranstaltung. Es wurde ein Bühnenprogramm
mit Gesang und Tanz, Akrobatik und vielem mehr geboten. Wir haben uns mit viel
Mühe einen Sitzplatz ergattert und konnten es so bis zum späten Abend
gut aushalten. Übrigens: auf den Bänken von Biergarnituren kann man
wunderbar tanzen… ?
Am gesamten Wochenende nahmen für den TV Kleinwiedenest teil:
Als alte Turnfestprofis: Anke Bitzinger, Kirsten Ohlenforst, Karin Scheer,
Jutta Krentz, Marianne Kowalski, Stefanie Scheer, Monique Falk, Antje Kleine,
Stefanie Sachs, Elmira Schmidke, Nadine Helwig, Carina Helwig, Jasmin Kostrzewa,
Lisa von der Linde.
Zum ersten Mal dabei: Kevin Fritz, Antonia Kuntze (alias: Töni) und Kristina
Baumann.
Als Tagesgäste besuchten uns: Inge Bitzinger und Marion Moog.
Unsere Nachwuchsturnfestler wurden gleich am ersten Abend in die Geheimnisse
der Turnfestrituale eingeweiht. Das berühmte „Hammer-Lied“,
welches seit dem Turnfest Moers gar nicht mehr wegzudenken ist, wurde schnellstens
einstudiert. Gleiches gilt für „Vater Abraham’s Söhne“.
Nachdem nun jeder wusste, wie er singen und sich dabei bewegen musste, wurde
es richtig lustig. Jetzt weiß auch jeder in Gütersloh und Umgebung,
wer Kleinwiedenest ist. So was muss man auch gleich am ersten Abend klar stellen!
Die Busverbindungen in Gütersloh waren bestens geeignet, die wichtigsten
Wettkampfstätten und die Festmeile zu erreichen und die Busfahrer haben
bewiesen, dass sie trotz vieler unruhiger Turner/innen die Nerven behalten und
immer freundlich und hilfsbereit sind.
Am ersten offiziellen Turnfesttag zog es uns dann direkt nach dem Frühstück
in die Innenstadt Richtung Festmeile. Die Sonne hat uns ebenso freundlich begrüßt
wie der Busfahrer, aber leider war in der Stadt noch nichts los. So saßen
wir erst ein wenig entspannt ganz allein auf dem Festplatz, als plötzlich
und unerwartet jemand einen T-Shirt-Stand entdeckte. Man könnte ja meinen,
dass das für uns keine Besonderheit sei, aber weit gefehlt. Hier konnte
man sich ein T-Shirt aussuchen und auch den dazugehörigen Text. Das war
für uns natürlich ein gefundenes Fressen!
Es wurde lange nachgedacht und diskutiert und am Ende hatte jeder sein T-Shirt
(siehe Foto).
Um die Zeit zu vertreiben, wollten wir dann mit dem ersten Event beginnen,
der uns auch schon zur lieb gewordenen Tradition geworden ist: der Orientierungslauf.
Vermutlich haben wir das ganze nicht so richtig kapiert, aber ich glaube, der
eigentliche Orientierungslauf war, dass wir herausfinden mussten, wo der Startpunkt
ist. Nachdem wir diverse Mitarbeiter befragt haben, die uns alle zwar sehr freundlich,
aber leider auch sehr unwissend angeschaut haben, gaben wir für den Moment
auf. Wir marschierten über die Festmeile und haben das gemacht, was wir
am zweitbesten können: essen und Blödsinn machen!
Aber die Sache mit dem Orientierungslauf ließ uns keine Ruhe. Uns packte
der Ehrgeiz und plötzlich, ich weiß bis heute nicht wieso, standen
wir vor einem Bus am Rande des Stadtzentrums, dessen Busfahrer gar nicht lange
gefackelt hat und uns zum Start brachte (wo auch immer der war). In der Hoffnung,
dass uns der Bus dort auch wieder abholte, stiegen wir aus und machten uns auf
den Weg. Bei der Kartenausgabe erklärte man uns, dass der Jedermannlauf
eigentlich erst am folgenden Tag stattfinden sollte, aber eins können die
Kleinwiedenester: betteln! Und so gab man uns schließlich die Karten und
das auch noch zum absoluten Sonderpreis (es hat auch seine Vorteile, wenn Mitarbeiter
nicht immer so ganz genau Bescheid wissen…).
Wir marschierten also brav nach Karte über Felder, Wiesen und durch Wälder.
Die Sonne schien mächtig und uns wurde ganz schön warm. Wir haben
selbstverständlich alle Punkte gefunden und wurden am Ende wieder freundlich
in Empfang genommen und erhielten eine Belohnung.
Nach kurzer Wartezeit kam auch tatsächlich wieder der Bus in diese entlegene
Einöde und holte uns zurück in die Zivilisation! Unglaublich!
Auch diesen Abend verbrachten wir wieder singend und tanzend auf dem Festplatz.
Irgendwann (die genaue Uhrzeit nenne ich lieber nicht, da auch Eltern diesen
Bericht lesen könnten ?) fuhren wir mit dem Bus wieder in unsere Unterkunft.
Stichwort „Unterkunft“: Die Schule, in der wir untergebracht waren,
war super. Wir hatten ein Klassenzimmer unmittelbar am Eingang und Wand an Wand
mit dem Frühstücksraum. Dies bedeutete für uns: aufwachen (oder
auch nicht), im Schlafanzug zur Tür rausfallen und direkt am Frühstückstisch
sitzen in der Hoffnung, dass man so mitleiderregend aussieht, dass sich jemand
erbarmt und einen Kaffee bringt. Manchmal hat es funktioniert.
Die Betreuung in der Schule war auch super. Wir hatten eine 24 Stunden-Aufsicht,
so dass kein Unbefugter in die Klassenräume kam. Wir bekamen Infomaterial
und Auskünfte, wann immer es nötig war. Es konnte sogar ein Turnfesttaxi
bestellt werden, wenn der Weg zur Wettkampfstätte zu lang war oder die
Busverbindung nicht so passte.
Abends wurde auf dem Schulhof gegrillt, oder es gab nachmittags Kaffee und
Kuchen. Wie man sieht: ein Rundum-Sorglos-Paket.
An unserem Wettkampftag mussten wir uns jedoch tatsächlich ein wenig verausgaben.
Wir haben uns bemüht, dass niemand allein zu seinem Wettkampf gehen musste.
Dumm war nur, dass einige unterschiedliche Starts hatten. Während die meisten
mit ihrem Leichtathletik-Wettkampf direkt neben unserer Unterkunft beginnen
konnten, musste unsere Töni leider in der Trampolinhalle beginnen, die
sich in der Stadt befand.
Also haben wir uns entschieden, erst die Leichtathleten zu begleiten und betreuen,
um danach mit der Töni in die Stadt zu fahren.
Die Trampolinhalle haben wir dann auch relativ gut gefunden. In der Halle jedoch
den dazugehörigen Kampfrichter zu finden, war weitaus schwieriger. Aber
auch dieses Problem haben wir gelöst. Der Kampfrichter war super nett und
unsere Töni hat dann zum ersten Mal ihre Pflichtübung außerhalb
der Bergneustädter Turnhalle vorgeturnt. Nachdem die erste Scheu überwunden
war, hat es dann geklappt und wir zogen weiter.
Jetzt waren die Gerätturnerinnen dran. Ein kurzer Blick auf den Stadtplan
und es stand fest: wir fahren mit dem Bus. Die Gerätturnhalle war so weit
außerhalb, dass wir Sorgen hatten, ob wir nicht besser ein Visum hätten
beantragen sollen. Nach einer ewig langen Busfahrt und einem kleinen Fußmarsch
kamen wir an der gesuchten Halle an und gingen davon aus, dass wir es jetzt
geschafft haben. Aber, wie sich der Zoom-Erprobte Turnfest-Bericht-Leser denken
kann: dass war noch nicht alles. Denn in dieser kleinen aber feinen Halle konnte
nur die Bodenturnübung absolviert werden. Für die restlichen Geräte
mussten wir wieder die Halle wechseln. Diese war jedoch zum Glück fußläufig
erreichbar.
Dort angekommen traf uns förmlich der Schlag. Die Halle war nahezu wegen
Überfüllung geschlossen. Wir trafen bekannte Turnerinnen aus anderen
Turnverbänden, die uns erklärten, dass sie schon seit Stunden da seien.
Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt damit abgefunden, dass wir die Nacht dort
verbringen, da wurden auf einmal unsere Aktiven aufgerufen. Dem Himmel sei Dank!
Sie turnten ihre Übung so schnell wie möglich und dann nichts wie
raus zum Bus, der genauso voll war, wie die Halle und ab in die Stadt. Von dort
aus wieder zur Schule, denn eins stand noch aus: Töni musste noch zum 50
m-Lauf und zum Weitsprung. Aus organisatorischen Gründen durfte sie diese
Disziplinen nicht zu Beginn absolvieren. Da die Wettkampfstätten kurz vor
der Schließung waren (wir hatten schon fast 18 Uhr), flitzte ich mit Töni
zum Sportplatz. Dort war aber weit und breit kein Kampfrichter mehr zu sehen.
Aber wir lassen uns nicht abschrecken, wir suchten und fanden schließlich
doch noch jemanden, der übrigens ebenfalls wieder extrem freundlich war
und Töni konnte ihre letzten Disziplinen noch schnell erledigen.
Danach hatten wir uns eine Dusche und ein leckeres Abendessen verdient!
Auf dem weiteren Programm an diesem Wochenende stand dann noch eine weitere
Pflichtveranstaltung für die Kleinwiedenester: die Turngala!
Hier hatte sich der Ausrichter nicht lumpen lassen: es wurde eine wahnsinnig
tolle Show geboten. Es gab Dinge zum nachdenken, staunen, wundern und lachen!
Für jeden war etwas dabei. Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, was
man mit Sport, besonders mit dem Turnen, darstellen kann. Egal, ob Breiten-
oder Spitzensport, Musik, Kostüme, Lichteffekte und tolle Ideen machten
jede Vorführung zu etwas besonderem.
Zum Schluss noch die Ergebnisse unserer Wettkämpfer:
Anke Bitzinger 2. Platz von 8
Inge Bitzinger 2. Platz von 5
Monique Falk 5. Platz von 10
Kevin Fritz 11. Platz von 21
Carina Helwig 23. Platz von 32
Jasmin Kostrzewa 4. Platz von 24
Marianne Kowalski 10. Platz von 19
Antonia Kuntze 51. Platz von 117
Marion Moog 18. Platz von 19
Karin Scheer 4. Platz von 6
Stefanie Scheer 4. Platz von 10
Lisa von der Linde 21. Platz von 32
Ein großes Dankeschön an alle Aktiven! In 2009 sehen wir uns alle
in Frankfurt wieder, beim Internationalen Deutschen Turnfest!
Eure Antje Kleine
Fotos vom Landesturnfest in Gütersloh